***Im APRIL bleibt das Café de María für den normalen Betrieb GESCHLOSSEN***
 
Meine lieben Gäste und Freunde,
 
ich habe hin und her überlegt, wie ich die gegenwärtigen Entscheidungen treffen soll und wie ich sie kommuniziere. 
Ich habe mich für eine ehrliche Kommunikation entschieden, auch wenn sie in vielerlei Hinsicht ein Wagnis sein mag. 
 
Jedoch glaube ich, dass wir mit Ehrlichkeit am ehesten Ehrlichkeit erfahren können.
 
Es ist nun genau drei Jahre her, dass ich im fast wahrsten Sinne des Wortes in den kleinen Eckladen an der Sudbrackstraße eingezogen bin. 
Zu jener Zeit hielt ich noch meinen detaillierten Geschäftsplan in den Händen. Ich hatte einst den Traum von einem Café. Ja, so wie man sich vielleicht ein lebendiges Großstadtcafé mit südländischem Flair vorstellen mag.
Damals war mir noch nicht bewusst, wohin die wahre Reise des Cafés führen würde. 
Man hatte mir damals gesagt, mein Konzept mit der Auswahl von verschiedenen Filterkaffees (wie in einer Vinothek) sei zu exklusiv für meinen gewählten Standort, vor allem mit Blick auf das ‚heruntergekommene“ Haus. Ich hätte viel eher in die Altstadt gehen sollen, sagte man mir. Meine Sichtweise war eine andere. Ich wollte so klein wie möglich beginnen, um in meine Rollen hineinzuwachsen. In die Rolle der herzlichen Gastgeberin, der visionären Unternehmerin, der kooperativen Chefin, der kreativen Köchin (ich wollte nie kochen, denn das konnte ich nicht! Und jetzt kreiere ich eigene Rezepte?!) und der professionellen Barista, ….. aber um auch in der Rolle der guten Freundin, Schwester und Tochter zu bleiben (oder es wenigstens zu versuchen!). Und vor allem wollte ich so klein wie möglich beginnen, um Maria zu bleiben.
Obgleich ich unbewusst mit meiner Sichtweise einen sehr freien Weg der Entstehung gewählt habe, bin ich sehr bewusst mit dem „natürlichen Flow“ gegangen. Auf diese Weise hat sich mein Vorhaben Schritt für Schritt zu etwas Besonderem geformt. 
Für mich ist dieser Ort magisch geworden. Dieser Ort ist mein Herzensort, mein Zuhause, meine Heimat. Mein Ort, der mich glücklich macht! 
 
Ich wollte eine kleine Welt schaffen, in der man ein positives Lebensgefühl und Lebensleichtigkeit erfahren kann, in der die individuellen Lebensentwürfe sein dürfen, an dem man sich zeigen darf und an dem man mit Offenheit und Wertschätzung vielen unterschiedlichen Menschen begegnen kann.
Es ist mein persönlicher Beitrag, um unsere Welt wieder ein Stückchen schöner, besser und l(i)ebenswerter zu machen. Zusammen mit unseren Gästen können Cathie und ich dieses Weltbild an diesem Ort vorleben und Impulse setzen, die man vielleicht im eigenen Alltag integrieren mag. Ein Mehrwert für unsere Mitmenschen, unsere Welt und hoffentlich auch für die Lebensqualität in Bielefeld.
 
…. dieser Weg mit all seinen Erfahrungen ist zu einem der wertvollsten Schätze für mich geworden. 
 
Seit Monaten weiß ich, dass JETZT die Zeit gekommen ist, um wachsen zu können & zu müssen. Ich muss finanziellen Verpflichtungen nachkommen, eines Tages anfangen, Geld für meine Altersvorsorge zurückzulegen oder vor allem mein Darlehen für den Aufbau des Cafés zurückzahlen. Eigentlich ist JETZT die Zeit reif, um mich mit dem Café zu vergrößern. Jetzt ist der richtige Moment, mir einen Standort in der Stadt zu suchen und aus meiner Coffeethek etwas Exklusives zu machen. Der Weg wäre aus betriebswirtschaftlicher Sicht gradlinig.   
Aber nein. Wenn ich mich auf diesen Weg begebe, ist die Gefahr groß, zu scheitern. Dann werde ich den Weg des Nicht-Glücklichseins mit jeglichen Konsequenzen gehen.
Ich habe mich erneut dazu entschieden, mir und meinem Weg mit meinen Herzenswünschen treu zu bleiben. Auch wenn es viele andere Risiken mit sich bringen mag und Mut kostet.
 
Café de María ist zu meinem Herzensprojekt geworden. Hier ist meine Heimat. Und nicht nur für mich. Sondern mittlerweile auch für Cathie.
Es wird für Euch und für uns ein Ort der Lebensfreude, der Inspiration, der Geborgenheit & der Wärme, der Wertschätzung, des Miteinanders, der Kreation und der Begegnung bleiben!
 
Da es noch kein bedingungsloses Grundeinkommen gibt, kann ich mein Herzensprojekt nur auf eine Weise nähren: indem ich mir eine zweite & wahre Existenz aufbaue. Im normalen Alltag fehlt mir die Zeit, weil ich deeeeutlich mehr im Café arbeite, als die Öffnungszeiten es suggerieren. 
Genau aus diesem Grund werde ich mir im April die Zeit für die Umsetzung meiner weiteren Pläne nehmen, damit es danach mit Café de María weitergehen kann <3
 
Ich bedanke mich bei Euch und wünsche Euch einen tollen Frühlingsstart!
 
Alles Liebe,
 
Eure Maria