Immer wieder stelle ich mir die Frage, wieso ich Bielefeld so schätzen gelernt habe, obgleich es andere deutsche Städte gibt, die malerisch viel schöner sind. Bielefeld wird für mich durch etwas Anderes ausgezeichnet.Unsere Stadt bringt die Urbanität mit der Dörflichkeit zusammen. Sie ist so klein, dass das Gefühl von Gemeinschaft, Zugehörigkeit und Naturverbundenheit aufkommt. Die Stadt ist jedoch so groß und multikulturell vielfältig, dass hier unterschiedlichste Lebensentwürfe gelebt werden können.

Die Eigenschaften dieser Polaritäten von Urbanität und Provinz lassen für mich einen Lebensraum entstehen, der für mich durch Lebensqualität, Möglichkeiten, Weltoffenheit, Kreativität gekennzeichnet ist. Genau dies hat mir ermöglicht, mit dem Café einen lebensfrohen, inspirierenden und unkonventionellen Ort der Begegnung aufzubauen und zu etablieren. Meine größte Motivation hinter dem Café ist, meinen Mitmenschen ein positives Lebensgefühl zu vermitteln, sich mit ihren individuellen Lebensentwürfen zu zeigen oder diese für sich zu finden und das multikulturelle Miteinander zu stärken. Es ist für mich eine der Voraussetzungen, um unsere Welt wieder schöner zu machen.

Ich glaube, mit der Kultur des Cafés ist ein Mehrwert für dieses Viertel ebenso wie für unsere Stadt entstanden. Das positive Gefühl von Lebensleichtigkeit, Respekt, Weltoffenheit und Wertschätzung tragen die Gäste nach ihrem Besuch hinaus in den Alltag. Sie fungieren als Multiplikatoren, indem sie die Eindrücke mit ihren Bezugsgruppen teilen.

Dieses Bild trage ich bei mir, wenn ich nun neue Entscheidungen mit Blick auf meinen Weg und die Entwicklung  schaue.

Heute entsteht wieder ein neues Stück Zukunft. Nach und nach nimmt die Coffee-Love-Story eine neue Form an. Viele Lebenskonzepte habe ich mir ausgemalt, um gegenwärtige Entscheidungen zu treffen. Heute ist Weltglückstag. Und heute beginnt etwas Neues! Eine neue Aufgabe wartet auf mich. Ich werde meine Freiheit ein Stück loslassen und mich wieder in ein Angestelltenverhältnis begeben. Mit Herz und Verstand folge ich den Dingen, die sich mir aufgetan haben. Es fühlt sich großartig an! Ich wage mir im Kleinen vorzustellen, wohin die Reise führen mag. Der Raum für etwas Neues ist da. Ohne meinen kleinen Ort aufzugeben, löse ich mich ein Stückchen von ihm. Dann kann er so wachsen, wie er wachsen soll. Und ich auch.